Arbeitssicherheit in der Robotik Branche – Was gilt es hier zu beachten?

Die Robotik Branche ist ein Pionier des technologischen Fortschritts und bringt kontinuierlich innovative Lösungen hervor. Doch der Schlüssel zu einer erfolgreichen Integration von Robotern am Arbeitsplatz ist die Gewährleistung der Arbeitssicherheit. Durch präzise Prävention und umfassendes Gesundheitsmanagement lassen sich Risiken minimieren und sichere Arbeitsbedingungen schaffen.

Dabei spielt die Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK) eine zentrale Rolle. Es gilt, die Interaktion zwischen Mensch und Maschine so sicher wie möglich zu gestalten. Die Einhaltung von Normen und Vorschriften stellt nicht nur eine rechtliche Notwendigkeit dar, sondern ist auch ein wesentlicher Baustein für den Schutz des Menschen im Arbeitsumfeld. Eine sorgfältige Risikobeurteilung und adäquate Sicherheitsmaßnahmen sind deshalb unabdingbar.

Normen und Vorschriften im Überblick

Die Gewährleistung der Sicherheit in der Robotertechnik ist von entscheidender Bedeutung, insbesondere im Hinblick auf die direkte Interaktion zwischen Mensch und Maschine. In diesem Kontext spielen bestimmte normative Regelungen eine Schlüsselrolle.

Zu den grundlegenden Regelwerken gehören die international anerkannten Normen der ISO 10218, welche in zwei Teilen vorliegen:

  • DIN EN ISO 10218-1: Robotik – Sicherheitsanforderungen für Industrieroboter – Teil 1: Roboter
  • DIN EN ISO 10218-2: Robotik – Sicherheitsanforderungen für Industrieroboter – Teil 2: Robotersysteme und Integration

Diese formulieren die Sicherheitsanforderungen für die Auslegung und den Betrieb von Industrierobotern und sind somit maßgeblich für die Prävention von Unfälle und berufsbedingten Krankheiten.

Die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG ist ein weiteres unverzichtbares Element des rechtlichen Rahmens in Europa. Sie definiert die grundlegenden Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen für die Konstruktion und den Vertrieb von Maschinen und stellt daher eine wesentliche Grundlage für die Vermarktung von Robotik-Systemen dar.

Im Zusammenhang mit der Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK) ist zusätzlich die technische Spezifikation ISO/TS 15066 relevant. Diese spezifiziert biomechanische Grenzwerte für Krafteinwirkungen bei Kollisionen, um das Risiko von Verletzungen zu minimieren.

Ein unverzichtbares Dokument für Hersteller und Betreiber ist die EG-Konformitätserklärung. Diese Erklärung ist der Beweis dafür, dass das Produkt allen relevanten EU-Vorschriften entspricht und mit dem CE-Zeichen versehen werden darf, welches die freie Beweglichkeit innerhalb des Europäischen Marktes sicherstellt.

Zur Unterstützung der Umsetzung dieser vielfältigen Anforderungen stehen Organisationen wie die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) zur Verfügung, welche detaillierte Hilfestellungen und Leitfäden anbieten. Eine Seilwinde könnte beispielsweise in der Robotertechnik eingesetzt werden, um Lasten unter Einhaltung sicherheitsrelevanter Normen zu bewegen, was die Relevanz präziser Sicherheitsvorschriften unterstreicht.

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Das Arbeitsschutzgesetz schließlich stellt sicher, dass die Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer durch die Anwendung der genannten Standards und Richtlinien gewährleistet werden. Es bildet die Grundlage für den betrieblichen Arbeitsschutz und die Prävention von Arbeitsunfällen.

ISO 10218 und Roboter-Sicherheit

Die sorgfältige Beachtung dieser Vorschriften ist entscheidend, um einen sicheren Umgang mit Robotertechnik im Alltag zu gewährleisten und rechtliche Konformität sicherzustellen.

Praktische Schritte für den sicheren Einsatz von Robotik-Systemen

Die Integration von Robotertechnologie in Arbeitsprozesse verlangt eine umfangreiche und fundierte Risikobeurteilung. Diese sollte den gesamten Einsatzbereich des Roboters abbilden und sämtliche mögliche Szenarien in denen Mensch und Maschine interagieren abdecken. Durch die frühzeitige Identifikation von potenziellen Gefahren können präventive Maßnahmen ergriffen und entsprechende Schutzeinrichtungen integriert werden. Um dies zu gewährleisten, ist die Kenntnis über biomechanische Grenzwerte unerlässlich, um zu verstehen, welchen Einflüssen der menschliche Körper ausgesetzt sein darf, ohne Schaden zu nehmen.

Ein kompetenter Systemintegrator spielt eine Schlüsselrolle in der Planung und Umsetzung sicherer Roboterapplikationen. Er sorgt dafür, dass das Applikationsdesign nicht nur auf Effizienz, sondern auch auf maximale Sicherheit ausgelegt wird. Dabei gilt es auch, das optimierte Zusammenspiel von kollaborierenden Robotern (Cobots) und menschlichen Mitarbeitern im Blick zu haben. Cobots sind so konzipiert, dass sie eine Mensch-Roboter-Kooperation ermöglichen, die effizient, ergonomisch und sicher ist. Unterstützt durch ein durchdachtes betriebliches Gesundheitsmanagement, wirkt sich der Einsatz dieser Technologie positiv auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Belegschaft aus.

Eine weitere Säule für einen sicheren Roboterbetrieb stellen die richtigen Schutzeinrichtungen dar. Dazu zählen nicht nur physische Barrieren wie Schutzkabinen und trennende Schutzgitter, sondern ebenso nicht-taktile Systeme wie Lichtschranken und Laserscanner, die den Raum um den Roboter überwachen. Es ist von entscheidender Bedeutung, alle verfügbaren Werkzeuge des Arbeitsschutzes zu nutzen, um eine sichere Umgebung zu schaffen, in welcher die Technologie dem Menschen assistiert und nicht zu einer Gefahr für ihn wird. Ein aktives und auf die spezifischen Bedürfnisse abgestimmtes betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) trägt ebenfalls dazu bei, dass Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz im Unternehmen gelebt und stetig verbessert werden.

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Christian, 33 Jahre, Leidenschaft für Finanzen und Wirtschaft